Beim beamtenpolitischen Spitzengespräch am 1. Juli 2026 hat sich Brandenburg auf weit mehr geeinigt als auf die Übertragung des Tarifergebnisses: Die Grundgehälter steigen rückwirkend zum 1. Januar 2026 um 7 bis rund 18 %. Im Gegenzug steigt die Wochenarbeitszeit ab 1. März 2027 von 40 auf 41 Stunden. Die Abschnitte unten beschreiben den Stand vom März 2026 und damit nur den ursprünglichen Tarifteil.
Brandenburg – Besoldungsanpassung 2026: 7 bis 18 Prozent rückwirkend ab Januar
Brandenburg hat die Übertragung des Tarifergebnisses mit der Umsetzung der Verfassungsrechtsprechung zur amtsangemessenen Alimentation verbunden. Beim beamtenpolitischen Spitzengespräch am 1. Juli 2026 einigten sich Landesregierung und Gewerkschaften auf ein Paket, das deutlich über den TV-L hinausgeht — zulasten der Arbeitszeit.
Das gilt nach der Einigung vom 1. Juli 2026
- rückwirkend ab 01.01.2026: die Grundgehälter der A-Besoldung steigen um 7,14 % (A 5) bis 17,94 % (A 16), die B-Besoldung um rund 18 %
- Zulagen und Zuschläge 2026: +2,8 % statt der tariflichen 2,82 %
- ab 01.03.2027: die Wochenarbeitszeit steigt von 40 auf 41 Stunden, befristet bis 31.07.2032. Ausgenommen sind Schicht- und Wechselschichtdienst, Teilzeitkräfte und Lehrkräfte.
- Nachzahlungen für die Jahre 2004 bis 2025 werden aus dem Versorgungsfonds des Landes finanziert
Ein Gesetzentwurf liegt vor, Kabinett und Landtag müssen noch entscheiden. Die Zentrale Bezügestelle des Landes Brandenburg strebt an, die Erhöhung rückwirkend ab 1. Januar 2026 mit den Bezügen für Dezember 2026 auszuzahlen — unter dem Vorbehalt, dass der Landtag zustimmt.
Der ursprüngliche Stand: reine Tarifübertragung
Brandenburg überträgt das Ergebnis der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) zeitgleich und systemgerecht auf seine Beamten und Versorgungsempfänger. Die Landesregierung hatte diese Zusage bereits im November 2025 gemacht — noch vor dem eigentlichen Tarifabschluss.
Geplante Besoldungserhöhungen nach dem Tarifabschluss (Stand März 2026)
- ab 01.04.2026: +2,8 %, mindestens 100 € monatlich
- ab 01.03.2027: weitere +2,0 %
- ab 01.01.2028: weitere +1,0 %
Die Laufzeit beträgt 27 Monate bis zum 31. Januar 2028. Von der Übertragung profitieren rund 32.500 Beamtinnen und Beamte sowie rund 20.100 Pensionäre des Landes Brandenburg.
Was sagt die Landesregierung?
Innenminister René Wilke würdigte das Tarifergebnis als Zeichen der Anerkennung für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, die gerade in schwierigen Phasen staatliche Zuverlässigkeit garantieren. Finanzminister Robert Crumbach bezeichnete den Abschluss als „an der Grenze des Vertretbaren“ — betonte aber gleichzeitig, dass er die Wertschätzung der Landesregierung für ihre Beschäftigten deutlich zeige.
Besonders hervorgehoben wurde die Angleichung der Arbeitsbedingungen im Tarifgebiet Ost an das Tarifgebiet West: Beschäftigte im Osten erhalten ab Januar 2027 denselben erweiterten Kündigungsschutz wie ihre Kollegen im Westen — nach mehr als 15 Jahren Beschäftigung und ab dem 40. Lebensjahr kann das Arbeitsverhältnis dann nur noch aus wichtigem Grund gekündigt werden.
Finanzielle Auswirkungen auf den Landeshaushalt
Die Übertragung auf Tarif- und Beamtenbereich kostet Brandenburg nach ersten Berechnungen des Finanzministeriums im Jahr 2026 rund 106,2 Millionen Euro, im Jahr 2027 rund 225 Millionen Euro und im Jahr 2028 weitere 293,7 Millionen Euro. In diesen Zahlen ist die systemgerechte Übertragung auf den Besoldungs- und Versorgungsbereich bereits enthalten — nicht jedoch eine mögliche zusätzliche Anpassung aufgrund der aktuellen Verfassungsrechtsprechung zur amtsangemessenen Alimentation.
Verbesserungen für Auszubildende
Neben den Gehaltserhöhungen wurden im sogenannten „Azubi-Paket“ weitere Verbesserungen vereinbart:
- Ausbildungsgehälter steigen ab April 2026 um 60 €, ab März 2027 um weitere 60 € und ab Januar 2028 um nochmals 30 €
- Übernahmeregelung für Auszubildende wurde verlängert
- Abschlussprämie von bis zu 500 € für Auszubildende mit guten Noten
- Verkürzte Stufenlaufzeit: nur sechs statt zwölf Monate in der ersten Entgeltstufe nach der Übernahme
Wie viel mehr bekomme ich konkret?
Wie sich die Erhöhung auf dein persönliches Nettogehalt auswirkt, hängt von Besoldungsgruppe, Erfahrungsstufe, Familienstand und Steuerklasse ab. Im Besoldungsrechner Brandenburg kannst du das schnell und einfach nachrechnen.
