Thüringen – Besoldungsanpassung 2026: Referentenentwurf liegt vor
Nach längerem Schweigen der offiziellen Kanäle hat die Thüringer Landesregierung nun einen konkreten Schritt unternommen: Am 30. Mai 2026 wurde ein Referentenentwurf zum Thüringer Besoldungs- und Versorgungsanpassungsgesetz 2026 bis 2028 vorgelegt. Damit verdichtet sich die ursprünglich nur mündliche Zusage von Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gegenüber dem Thüringer Beamtenbund zu einem formalen Verfahren.
Geplante Besoldungserhöhungen laut Referentenentwurf
| Gültig ab | Erhöhung | Hinweis |
|---|---|---|
| 01.11.2025 | ± 0 | Nullrunde |
| 01.04.2026 | +2,8 % | 100 € | Referentenentwurf |
| 01.03.2027 | +2,0 % | Referentenentwurf |
| 01.01.2028 | +1,0 % | Referentenentwurf |
Die Dynamisierung der Zulagen ist im Entwurf mit +2,8 % vorgesehen. Der Mindestbetrag von 100 Euro für 2026 soll verhindern, dass untere Besoldungsgruppen abgehängt werden. Anwärterinnen und Anwärter erhalten zum 1. April 2026 zusätzlich 60 Euro.
Vom persönlichen Wort zum Referentenentwurf
Noch im Februar 2026 war die Situation ungewiss: Finanzministerin Katja Wolf (BSW) hatte den Tarifabschluss lediglich als „vernünftigen Kompromiss“ bezeichnet – ohne konkrete Übertragungszusage. Einzig Ministerpräsident Voigt gab dem TBB-Vorsitzenden Frank Schönborn ein persönliches Wort. Mit dem nun vorgelegten Referentenentwurf wird aus diesem politischen Signal ein justiziabler Text, der in die Ressortabstimmung geht.
Politische Hürden bleiben
Thüringen wird von einer CDU-Minderheitsregierung geführt, die im Landtag auf Zustimmung von Oppositionsparteien angewiesen ist. Der Referentenentwurf muss noch den Kabinettsbeschluss passieren und anschließend als formeller Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht werden. Dort entscheidet sich, ob die geplante 1:1-Übertragung tatsächlich eine Mehrheit findet.
Die finanziellen Dimensionen sind bekannt: Allein die Tarifbeschäftigten kosten den Freistaat 2026 rund 35 Millionen Euro, 2027 rund 71 Millionen Euro und 2028 rund 95,5 Millionen Euro. Die Beamtenbesoldung kommt als weiterer erheblicher Posten hinzu. Dass der Referentenentwurf trotz dieser Zahlen vorgelegt wurde, werten Beobachter als starkes Signal für die politische Umsetzbarkeit.
Historischer Fortschritt am Rande: Ost-West-Angleichung in Jena
Ein besonderes Tarifergebnis betrifft das Universitätsklinikum Jena: Die Arbeitszeit sinkt ab Januar 2027 in drei Schritten von 40 auf 38,5 Stunden – eine Angleichung an den Westtarif, 36 Jahre nach der Wiedervereinigung. Auch der erweiterte Kündigungsschutz wurde vereinheitlicht. Finanzministerin Wolf nannte das einen „besonderen Erfolg“.
Was bedeutet das für Thüringer Beamte?
Anders als noch im März 2026 ist die Besoldungsanpassung jetzt kein politisches Versprechen mehr, sondern ein laufendes Gesetzgebungsverfahren. Sobald der Entwurf den Landtag erreicht, steigt die Verbindlichkeit weiter. Wir aktualisieren diese Seite, wenn der offizielle Gesetzentwurf eingebracht ist.
Wie viel mehr bekomme ich konkret?
Wie sich die Erhöhung auf dein Nettogehalt auswirkt, hängt von Besoldungsgruppe, Erfahrungsstufe und Familienstand ab. Im Besoldungsrechner Thüringen kannst du die Werte für deine persönliche Situation nachrechnen.
