Aus dem Referentenentwurf ist ein förmlicher Gesetzentwurf der Fraktionen von CDU, BSW und SPD geworden (Drucksache 8/3723). Die erste Lesung war am 24. Juni 2026, danach ging der Entwurf einstimmig an den Haushalts- und Finanzausschuss, der ihn am 3. September 2026 beriet. Der tbb rechnet mit der Entscheidung im Plenum Anfang Oktober 2026. Bis dahin ist in Thüringen nichts ausgezahlt.
Thüringen – Besoldungsanpassung 2026: Gesetzentwurf im Landtag
Nach längerem Schweigen der offiziellen Kanäle hat die Thüringer Landesregierung nun einen konkreten Schritt unternommen: Am 30. Mai 2026 wurde ein Referentenentwurf zum Thüringer Besoldungs- und Versorgungsanpassungsgesetz 2026 bis 2028 vorgelegt. Damit verdichtet sich die ursprünglich nur mündliche Zusage von Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gegenüber dem Thüringer Beamtenbund zu einem formalen Verfahren.
Geplante Besoldungserhöhungen laut Gesetzentwurf
| Gültig ab | Erhöhung | Hinweis |
|---|---|---|
| 01.11.2025 | ± 0 | Nullrunde |
| 01.04.2026 | +2,8 % | 100 € | Gesetzentwurf |
| 01.03.2027 | +2,0 % | Gesetzentwurf |
| 01.01.2028 | +1,0 % | Gesetzentwurf |
Die Dynamisierung der Zulagen ist im Entwurf mit +2,8 % vorgesehen. Der Mindestbetrag von 100 Euro für 2026 soll verhindern, dass untere Besoldungsgruppen abgehängt werden. Anwärterinnen und Anwärter erhalten zum 1. April 2026 zusätzlich 60 Euro.
Vom persönlichen Wort zum Referentenentwurf
Noch im Februar 2026 war die Situation ungewiss: Finanzministerin Katja Wolf (BSW) hatte den Tarifabschluss lediglich als „vernünftigen Kompromiss“ bezeichnet – ohne konkrete Übertragungszusage. Einzig Ministerpräsident Voigt gab dem TBB-Vorsitzenden Frank Schönborn ein persönliches Wort. Mit dem nun vorgelegten Referentenentwurf wird aus diesem politischen Signal ein justiziabler Text, der in die Ressortabstimmung geht.
Politische Hürden bleiben
Thüringen wird von einer CDU-Minderheitsregierung geführt, die im Landtag auf Zustimmung von Oppositionsparteien angewiesen ist. Der Referentenentwurf muss noch den Kabinettsbeschluss passieren und anschließend als formeller Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht werden. Dort entscheidet sich, ob die geplante 1:1-Übertragung tatsächlich eine Mehrheit findet.
Die finanziellen Dimensionen sind bekannt: Allein die Tarifbeschäftigten kosten den Freistaat 2026 rund 35 Millionen Euro, 2027 rund 71 Millionen Euro und 2028 rund 95,5 Millionen Euro. Die Beamtenbesoldung kommt als weiterer erheblicher Posten hinzu. Dass der Referentenentwurf trotz dieser Zahlen vorgelegt wurde, werten Beobachter als starkes Signal für die politische Umsetzbarkeit.
Historischer Fortschritt am Rande: Ost-West-Angleichung in Jena
Ein besonderes Tarifergebnis betrifft das Universitätsklinikum Jena: Die Arbeitszeit sinkt ab Januar 2027 in drei Schritten von 40 auf 38,5 Stunden – eine Angleichung an den Westtarif, 36 Jahre nach der Wiedervereinigung. Auch der erweiterte Kündigungsschutz wurde vereinheitlicht. Finanzministerin Wolf nannte das einen „besonderen Erfolg“.
Was bedeutet das für Thüringer Beamte?
Aus dem politischen Versprechen ist ein Gesetzgebungsverfahren geworden: Der Entwurf liegt seit Juni 2026 im Landtag, der Haushalts- und Finanzausschuss hat ihn am 3. September 2026 beraten. Entschieden ist damit noch nichts — Thüringen wird von einer Minderheitsregierung geführt, und der tbb hat in seiner Stellungnahme vom 17. August 2026 deutliche Kritik angemeldet. Fällt die Entscheidung im Oktoberplenum, können die Nachzahlungen noch 2026 fließen.
Wie viel mehr bekomme ich konkret?
Wie sich die Erhöhung auf dein Nettogehalt auswirkt, hängt von Besoldungsgruppe, Erfahrungsstufe und Familienstand ab. Im Besoldungsrechner Thüringen kannst du die Werte für deine persönliche Situation nachrechnen.
